Rad fahren – ein ☼Lichtblick☼ in Coronazeiten!

Noch ist es erlaubt alleine oder zu zweit Rad zu fahren, aber wenn man  bei schönem Wetter die vielen Radfahrer auf Radwegen sieht,  muss man befürchten, dass diese „Freude“ und einziger „Freizeitspaß“ womöglich auch noch eingeschränkt oder sogar untersagt wird.   Immerhin begegnen uns auf den Radtouren ja auch Menschen mit dem Rad und der Abstand auf den Radwegen beträgt vermutlich nicht immer genau 1,5 Meter; dafür ist man aber blitzschnell aneinander vorbei 🙂   Und meine selbst genähten Masken habe ich auch dabei – für alle Fälle.

Übrigens findet ihr überall im Internet Nähanleitungen hierfür.  Meine sind aus Stoffresten von Bettbezügen, Geschenkband und Gummiband aus meinem „Nähkästchen“ entstanden.  Natürlich geht’s nicht ohne Nähmaschine, aber ich habe heute auch eine Anleitung im Internet entdeckt, wo aus Küchenrollenpapier, Kreppband usw. eine Maske gebastelt werden kann. Ehrlich gesagt, wir nutzen die, wenn wir in den Supermarkt gehen, weil viele Leute einfach gar nichts kapieren. Sie greifen nach Obst oder Gemüse direkt neben mir, gehen direkt hinter mir ans Regal. Ausgerechnet  hier im Hohenlohekreis, wo wirklich ein absoluter Hotspot ist und täglich kommen viele neue Infizierte hinzu.  

Jedenfalls haben wir uns nicht abhalten lassen und sind letzten Samstag bei milden Temperaturen um die 17 Grad mit unseren Rädern los durch das Ohrn- und Kochertal bis zu einem unserer Lieblingsplätze am Kocher bei Sindringen, wo wir eine kleine Bank ganz für uns alleine hatten. Wirklich sehr weit weg von anderen.   Die Strecke ist nicht neu für uns, aber in diesen Zeiten, wo wir täglich mit neuen Infektions- und Sterbezahlen konfrontiert werden, erlebe ich den Frühling, die Knospen, Blumen, das Grün des Grases, das Plätschern des Flusses als etwas sehr, sehr Wohltuendes, ja sogar als etwas Beruhigendes angesichts von ständigen erschreckenden Meldungen. Die  schöne Natur um uns herum hat sich in all den vielen Frühlingen, die ich schon erlebt habe, nicht verändert.  Demnächst, wenn es noch wärmer wird,  werden das Grün der Blätter und die Knospen geradezu explodieren.

Kocherkanal (vorne) und der Kocher in seinem Flussbett nahe Forchtenberg
In der Flussaue am Wehr  in Sindringen (Forchtenberg) im Kochertal

Besonders gefreut hat uns die Unmenge von Bärlauch, die jetzt im Ohrntal wächst. Ein kleines Taschenmesser habe ich immer dabei, so dass ich gleich einen kleinen Vorrat abgeschnitten und zu Hause kühl verstaut habe.   Die erste Portion haben wir mit unserem grünen Salat vermischt und dieser junge Bärlauch schmeckt einfach köstlich.

Jung und frisch wächst hier Bärlauch soweit das Auge reicht. Am Boden, an den Hängen im Wald und überall duftet es ein wenig nach Knoblauch.

Hier habe ich noch einige Bilder für euch!  Das Gras ist jetzt noch nicht so hoch und so konnte ich meine Kristallkugel auf den Boden legen und mithilfe meiner App „Imaging Edge Mobile“ diese Fotos aufnehmen.  Solche Experimente lenken kurfristig recht gut von den derzeitigen Problemen ab und das ist ja auch der Sinn eines Radausflugs.

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Primeln und Veilchen in der Kugel

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Als wäre dieser Frühling 2020 ein Frühling wie jedes Jahr:  Bäume ergrünen, die Sonne scheint, wir erfreuen uns an den ersten Frühlingsblühern, ich bin glücklich, dass ich vier Monate nach meiner großen Knie-OP schon wieder fast schmerzfrei radeln kann, aber so richtig freuen kann ich mich darüber nicht, denn Corona fährt jetzt immer mit.  Und das wird noch lange, sehr lange so sein, auch wenn zwischendurch die Gedanken abschweifen und wir von „besseren Zeiten“ träumen – irgendwann vielleicht 2021!

Bleibt gesund! 

Früher einfach so dahin gesagt,  bedeuten diese beiden kleinen Worte so viel mehr heutzutage.  Gesund zu bleiben, das Virus womöglich zu bekommen, aber nicht wirklich lebensbedrohlich krank zu werden,  Angehörige, Kinder, Freunde, Bekannte und Verwandte irgendwann wieder „gesund“ wiederzusehen, alle in die Arme zu schließen und abzubusseln,  das ist jetzt  gerade mein allergrößter Wunsch und meine große Hoffnung.

 


20 Gedanken zu “Rad fahren – ein ☼Lichtblick☼ in Coronazeiten!

    1. Ja, total virenfrei und menschenleer😀 und der Fluss heißt DER Kocher. Wunderschön ist eine Radtour namens Kocher-Jagst-Radtour – ca. 360 km . Beide fließen nur wenige hundert Meter voneinander entfernt in den Neckar und der mündet in den Rhein😀 . Grüße nach Bonn, Sigrid

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  1. Hallo Sigrid, traumhafte Frühlingsbilder, da kann ich mich gar nicht mehr satt sehen. Zusammen mit dem Fahrrad genau die richtige Medizin für diese Zeit. Vielen Dank. Gruss Wolfgang

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  2. Also ich kann Cerona nicht mehr hören ! Egal was man tut, man wird immer damit konfrontiert ! Ich gebe dir mit allem recht was du schreibst aber ich werde versuchen dieses Wort nicht mehr zu gebrauchen, obwohl ich mich natürlich an alle Regeln halte.
    Jetzt bei dem Wetter wird es immer schwieriger zuhause zu bleiben und ich habe die Befürchtung das damit auch die Verstöße zunehmen. Wenn es regnet und kalt ist, fällt es einem viel leichter zuhause zu bleiben.
    Habt ihr alles wieder richtig gemacht und toll das der Bärlauch geschmeckt hat ! LG Manni
    ps: sehr schön die Fotos mit der kugel, also funktioniert doch. Ich habe gerade einen Beitrag über meine neuesten Fotos davon

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      1. Danke, Sigrid. Ja ich wohne in Ost London, doch bleibe schoen daheim. Ich habe einen Kleinen Garten und werde die Sonne darin geniesen. Alles Liebe. Ute

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  3. Ja, der Frühling lässt sich durch Corona nicht aufhalten. Ganz im Gegenteil wahrscheinlich sogar. Und ich erfreue mich genau so wie du daran. Und ich finde, du kannst dich auch wirklich richtig darüber freuen, dass du schon wieder so fit bist. Die Pandemie ist schlimm, sie sollte aber nicht alle unsere Gedanken und Gefühle beeinflussen oder gar beherrschen. In diesem Sinne schicke ich dir liebe Grüße und bleib du auch gesund! Andrea

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    1. Hallo Andrea, ja, wir dürfen ins nicht zu sehr niederdrücken lassen von der Last der ständigen Meldungen und katastrophale Nachrichten im Fernsehen und auch von den anderen Medien. Vor 30 Jahren hätte man nur einmal am Tag Fernsehen geschaut und hätte mit diesen Nachrichten vorlieb nehmen müssen. Heutzutage schaut man alle halbe Stunde auf Smartphone und die ist die Meldungen von Spiegel und anderen Medien und jedes Mal ist es eine Horror Nachricht.
      Trotzdem versuche ich auch das Positive in diesen Zeiten zu sehen und ich hoffe einfach mal, dass ich oder Angehörige nicht krank so werden, dass ein Krankenhausaufenthalt notwendig wird. Um meine Söhne habe ich mehr Angst als um mich. Ich hatte ja schon ein langes Leben 🙂
      Sorgen mache ich mir viel mehr darum, was die jungen Leute alles noch so erwartet in wirtschaftlicher Hinsicht nach dieser Pandemie.

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  4. Ich war gerade eben auch eine Runde mit meinem Rad drehen und war erschrocken, wie viele Menschen mitten unter der Woche inzwischen unterwegs sind. Früher habe ich bei der gleichen Route maximal 10 Menschen getroffen, heute mindestens das 10fache. Väter mit Kindern, Omas und Opas mit Enkeln, Fußgänger, Radfahrer, Inlineskater und jede Menge Männer mittleren Alters. Wahrscheinlich nutzen alle die Mittagspause im Homeoffice zum Spazierengehen.
    Bleibt gesund und lasst euch den Bärlauch schmecken.
    Liane

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    1. Danke, ja das werde ich. Die Beschränkungen werden womöglich noch strenger, eben deshalb. Omas und Opas mit Enkeln sollten schon mal gar nicht zusammen unterwegs sein. Viele ältere Menschen sind total unvorsichtig und blauäugig, was die Ansteckungsgefahr angeht. Leider! Grüße aus Hohenlohe

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  5. „in den Supermarkt gehen, weil viele Leute einfach gar nichts kapieren. Sie greifen nach Obst oder Gemüse direkt neben mir, gehen direkt hinter mir ans Regal“

    Das ist hier leider genauso. Deswegen gehen wir nur im aessersten Notfall noch selber in den Supermarkt, sondern nutzen den Lieferservice, oder, bei anderen Geschaeften, bestellen online und holen uns die Sachen draussen vor der Tuer des Geschaefts ab.
    Spazieren und Radeln sind (immer noch) erlaubt. Da ist es hier auch einfach, genuegend Abstand zu halten. Und das tun auch Alle, die unterwegs sind.
    Liebe Gruesse, und bleibt gesund,
    Pit

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    1. Ja, wenn es hier nicht alle kapieren, werden wir auch den Lieferservice nutzen. Hier kann man die Kirchengemeinde anrufen oder Helfer vom Sportverein. Wäre evtl. besser als selbst zu gehen. Liebe Grüße, Sigrid

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      1. Unser oertlicher Supermarkt hat jetzt einen eigenen Lieferservice extra fuer Senioren [ueber 60] eingerichtet – mit Lieferung noch am selben Tag – durch eine Drittfirma. Beim hauseigenen Lieferservice ist die Wartezeit ueber eine Woche. Da muss man dann schon gut im Vorhinein planen, und weiss dennoch nicht, was am Ende lieferbar ist.

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